Stammapostel Schneider in Magdeburg

Den Gottesdienst am dritten Adventssonntag, 17. Dezember 2023, feierte Stammapostel Jean-Luc Schneider in der Kirchengemeinde Magdeburg-Süd. Begleitet wurde er von Bezirksapostelhelfer Stefan Pöschel aus Westdeutschland, Apostel Vasile Cone aus Rumänien sowie Aposteln und Bischöfen der Gebietskirche.

Angeregt durch vorweihnachtliche Plakate und die Adventszeit stellte Stammapostel Schneider fest, dass Vorfreude auf die Zukunft in der heutigen Zeit wenig gegeben sei. „Aber als Christen, als Gotteskinder, haben wir so viele Gründe uns auf die Zukunft zu freuen.“, erklärte er, und bezog sich auf die geistliche Zukunft. Er ermunterte dazu, sich mit dieser wieder einmal intensiv zu befassen.

Lobgesang der Maria

Dem Gottesdienst legte der Stammapostel Lukas 1,52.53 zugrunde: „Er stößt die gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.“

„Das Wort von heute ist aus dem Lobgesang der Maria“, erläuterte er. Sie sei ein wahrhaftiges Vorbild im Glauben und Vertrauen auf Gott. Sie habe an die Verheißung geglaubt, dass ihr Kind der Sohn Gottes sei - allen Schwierigkeiten zum Trotz und auch in den vielen Jahren, in denen gar nichts passiert sei. „Erst nach der Auferstehung des Herrn wurde es wirklich klar: Ja, die Verheißung hat sich erfüllt, das ist wahrhaftig Gottes Sohn!“

Die Herrschaft des Böse

Warum Gott Menschen als seine Kinder erwählt hat, dafür gäbe es keine Erklärung. Auch könne es als harsch empfunden werden, wenn auch auf intensives Bitten hin, scheinbar keine Reaktion von Gott komme. „Du bist ein Gotteskind, von Gott erwählt, die Verheißung wird sich erfüllen.“ Wichtig sei der Glaube daran. Maria sei so sicher gewesen, dass sie ihren Lobgesang im Präsens, also in der Gegenwartsform, formulierte, obwohl sie von zukünftigen Ereignissen sprach.

Es ginge jedoch keineswegs um irdische Dinge. Die im Bibelwort erwähnten ‘Gewaltigen’ seien nicht die Gesellschaft oder weltliche Herrscher. „Es geht hier um die Herrschaft des Bösen.“ Diese sei durch den Opfertod Jesu beendet worden, auch wenn das noch nicht überall sichtbar sei.

Er stößt die Gewaltigen vom Thron

In diesem Zusammenhang verwies Stammapostel Schneider auf Paulus. Dieser habe davon gesprochen, dass auch Ideen und Ansichten, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erheben, überwunden werden würden. Dies sei eine wunderbare Zusage und den Gläubigen ein Trost, auch wenn die Macht des Böse in unserer Welt noch sehr aktiv sei.

Die Gewaltigen oder auch Mächtigen, wie es in anderen Übersetzungen heißt, bezögen sich auch auf die Menschen. „Das ist eine Botschaft für die Menschen.“ Es bestehe eine Tendenz sich von Gott abzuwenden hin zu der Überzeugung, man brauche Gott nicht. Dies sei allerdings nicht der Weg zum Heil. Es sei notwendig Gottes Willen zu tun und seinen Gesandten zu folgen, auch wenn das nicht immer einfach sei.

Die Hungrigen füllt er mit Gütern

Im Bibelwort ginge es auch um die Reichen und damit sei erneut weniger der irdische als vielmehr der geistige Reichtum gemeint. „Es geht hier vor allem um die Selbstgerechten“, erläuterte der Stammapostel. Auch Gläubige, die regelmäßig an Gottesdiensten teilnehmen und treu ihr ganzes Leben an ihrem Glauben festhielten, hätten keine privilegierte Position. Er erinnerte: „Du kannst dein Heil nicht verdienen, du kannst nur aus Gnade errettet werden.“ Das bedeute allerdings nicht, aus Angst vor Strafe am Glauben festzuhalten. Es ginge darum, die Größe und Allmacht Gottes anzuerkennen und wahrzunehmen, dass der Mensch diese nicht erreichen kann.

„Herr, sei mir gnädig! Und dieses Gebet, diese Sehnsucht nach der Gnade Gottes sollte uns nicht verloren gehen.“, war sein eindringlicher Appell an die Gläubigen. Diese mögen dem Bibelwort entsprechend hungrig sein auf die Gnade. Die Hungrigen würden mit Gütern gefüllt.

Zusammenfassend erklärt Stammapostel Jean-Luc Schneider „Aber prinzipiell ist Macht und Reichtum und Wissen und Können nichts Schlechtes.“ Ein Hindernis zum Heil seien sie nur, wenn sie missbraucht würden. Er verwies auf Jesus Christus, der große Macht hatte. „Er hat seine Macht, sein Wissen, sein Können ganz in den Dienst Gottes und des Nächsten gestellt.“ Er verband dies mit dem Aufruf an die Gläubigen, sich diesem Vorbild anzuschließen.

Gebietskirchenweite Übertragung

Der Gottesdienst wurde via IPTV per Video übertragen und in die Sprachen Englisch, Estnisch, Norwegisch, Polnisch und Russisch übersetzt. Am Vortag fand ein Konzert zur Einstimmung statt. Bereits am 7. Januar 2024 wird es erneut einen Gottesdienst mit Übertragung geben. Diesen führt Bezirksapostel Rüdiger Krause in der Gemeinde Berlin-Prenzlauer Berg durch.