Ökumenische Bibelwoche 2016 in Dessau

Eine neue Erfahrung für viele Geschwister unserer Gemeinde war die Beteiligung der Gemeinde an der Ökumenischen Bibelwoche vom 15.-21.02.2016. An allen Abenden der Bibelwoche wurde Raum für Begegnungen und Gespräche im Kreis der Dessauer Christen geschaffen.

Vikar Alexander Stojanovic führte am Montagabend in die Geschichte des Sacharja-Buches ein, beleuchtete den historischen Kontext und mögliche Interpretationen des ausgewählten Kapitels und leitete im Anschluss eine Gruppenarbeit zum Thema „Mauern in einer Stadt“.

Am Dienstagabend referierte der in Dessau geborene Ernst-Joachim Waschke, Professor für Altes Testament in Halle (Saale), über den zweiten Abschnitt des Buches. Mit Leidenschaft, Intellekt und Witz wurde den Zuhörern in der Johanniskirche mancher Zusammenhang klar und die Figuren des Alten Testaments erwachten förmlich zu neuem Leben.

Einen Ausflug in die praktische Arbeit eines Kinder- und Jugendpsychiaters – in Anlehnung an das Thema des Mittwochabends „Wenn Frieden greifbar wird“, stellte der Vortrag von Joachim Perlberg in der Kreuzkirche dar.

Am Donnerstagabend war erstmalig die neuapostolische Gemeinde Gastgeberin. Apostel Jens Korbien begrüßte zahlreiche Zuhörer und legte einen weiteren Abschnitt des Sacharja-Buches aus christologischer Sicht aus. Das zufällig und lange zuvor zugeteilte Thema „Wenn Siege wehtun“ passte dabei bestens ins Jahresmotto der Kirche „Siegen mit Christus“ und inspirierte den Apostel zu anregenden Impulsen für die Gegenwart.

Am Freitagabend gestaltete Oberkirchenrätin Ramona Eva Möbius in der Kirche St. Peter und Paul einen Abend zum Sacharja-Thema „Wenn der Hirte stirbt“.

Verbindende Elemente dieser inspirierenden Woche waren Gebete, gemeinsam gesungene Lieder und die Feststellung aller Referenten, dass der Prophet Sacharja wohl nicht zu den am häufigsten gelesenen Büchern der Bibel gehört.

Der Abschlussgottesdienst am Sonntagvormittag in der Kirche St. Georg, geleitet vom Kirchenpräsidenten der evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, war ebenfalls gut besucht und wurde von einem konfessionsübergreifenden Kinderchor der evangelischen Grundschule in Dessau musikalisch gestaltet.

Hintergrund:
Die Ökumenische Bibelwoche gehört zu den Säulen ökumenischer Arbeit überhaupt. Wegen der unterschiedlichen Auslegung der Bibel haben die Christen sich in Europa getrennt – mit der Bibel können sie sich wieder näher kommen. Das ist für ein Land, in dem es ca. 30% konfessionsverbindende Familien – und noch viel mehr solcher zwischenmenschlicher Beziehungen – gibt, eine gute Chance.

Die Ökumenische Bibelwoche wird in vielen Kirchengemeinden alljährlich durchgeführt. An mehreren Abenden (im Idealfall sieben) werden Texte eines biblischen Buches gelesen und erschlossen. Dadurch kommt im Unterschied zur gottesdienstlichen Lesung jeweils das ganze biblische Buch in den Blick. Außerdem können die Teilnehmenden Methoden erlernen, mit deren Hilfe sie selbst Bibeltexte besser verstehen können. Die Themen wechseln immer zwischen Altem und Neuem Testament. In diesem Jahr waren zentrale Texte aus dem Buch des Propheten Sacharja die Grundlage.

Text: T.R.
Bilder: F.R./T.R.