Stille Zeit am Ende des Kirchenjahres

Das Kirchenjahr ging für die Gemeinde Dessau mit verschiedenen Gedenkveranstaltungen zu Ende.

Der Gottesdienst für Entschlafene am 6. November war ein bewegender Höhepunkt im Gemeindeleben. Er wurde durch gefühlvolle Beiträge des Chors und des Orchesters musikalisch mitgestaltet. In einem besonderen Gebet wurde der Entschlafenen gedacht und diese dem Heil in Jesus Christus anbefohlen.

Am 9. November, dem Jahrestag der Pogromnacht von 1938, fand eine öffentliche Gedenkveranstaltung an der Stele am ehemaligen Standort der Dessauer Synagoge in der Askanischen Straße / Kantorstraße statt. Oberbürgermeister Klemens Koschig erinnerte gemeinsam mit Vertretern der Dessauer Kirchen an die Toten dieser Nacht, an 85 ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppte Mitbürger, an den Brand der einst prachtvollen Synagoge sowie an 29 zerstörte Geschäfte. Der Berichte des Landesrabbiners Meir Roberg und die folgenden Ansprachen und Gebete erinnerten an die Opfer und mahnten zu Frieden und Toleranz (die MZ berichtete).

Am Sonntag, dem 13. November, dem Volkstrauertag fand eine weitere Gedenkstunde statt, die gemeinsam von Vertretern der Stadt, der Kirchen und von Verbänden gestaltet wurde. Auf dem Ehrenfriedhof und auf dem Friedhof III wurde an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Auch hier waren das Gedenken, das Erinnern und Mahnen zentrale Aspekte von Ansprachen, Gebeten und musikalischen Beiträgen.

Den Gottesdienst am Totensonntag feierte die Gemeinde Dessau gemeinsam mit Apostel Jens Korbien, der in seiner Predigt auch auf diesen besonderen Tag Bezug nahm.

T.R.